Leserbriefe
Mobbing an unserer Schule
anonym·Oktober·5 Min. Lesezeit
Mobbing ist ein Thema, das an unserer Schule nicht immer ernst genug genommen wird.
Ein Beispiel ist eine Schülerin, die über längere Zeit von mehreren Jungen aus ihrer Klasse
gemobbt wurde. Sie beschwerte sich mehrmals bei Lehrern, aber es wurde trotzdem nichts
dagegen unternommen. Die Jungen liefen ihr zum Beispiel in den Pausen hinterher und
machten sich über sie lustig. Mit der Zeit wurde sie nicht mehr ernst genommen, weil sie sich so
oft beschwert hatte.
Aber nur weil ein Schüler immer wieder zu einem Lehrer kommt, bedeutet das nicht, dass er
wegen Kleinigkeiten ein Problem macht. Es kann auch bedeuten, dass das Problem immer
schlimmer wird und bisher niemand richtig geholfen hat.
Wenn sich ein Schüler nicht beschwert.
Manchmal hört man: „Der Schüler ist doch gar nicht zu mir gekommen.“ Das bedeutet nicht
automatisch, dass ihm die Situation egal ist. Manche Schüler sind ruhig oder schüchtern,
andere haben vielleicht schon einem Lehrer von ihren Problemen erzählt und keine Hilfe
bekommen. Dadurch können sie irgendwann das Gefühl bekommen, dass es sowieso nichts
bringt, sich noch einmal zu beschweren.
Deshalb sollten Lehrer auch aufmerksam sein, wenn ein Schüler selbst nichts sagt. Wenn ein
Lehrer Mobbing beobachtet, sollte er es nicht ignorieren.
Mobbing endet nicht an der Schultür
Mobbing passiert nicht nur im Unterricht. Es kann auch in Klassengruppen oder über
Nachrichten weitergehen. Angst, Traurigkeit und Stress können mit nach Hause genommen
werden. Manche Schüler haben dadurch irgendwann sogar Angst davor, zur Schule zu gehen.
Auch diejenigen, die helfen wollen, brauchen Unterstützung
Ein weiteres Problem kann entstehen, wenn ein Schüler versucht, jemand anderen zu
verteidigen. Manchmal kommt es dabei zu einem Streit, und am Ende bekommt auch der
Schüler, der helfen wollte, Ärger.
Natürlich sollte ein Streit aufgeklärt werden. Gleichzeitig sollte aber auch darauf geachtet
werden, warum es überhaupt dazu gekommen ist. Wenn man sich nur darauf konzentriert, dass
der Verteidiger sich gestritten hat, und nicht darauf, dass vorher jemand gemobbt wurde, wird
das eigentliche Problem übersehen.
Wenn Schüler dadurch das Gefühl bekommen, dass sie selbst Probleme bekommen, sobald sie
jemanden verteidigen, könnten sie beim nächsten Mal lieber wegschauen. Das macht die
Situation für das betroffene Kind noch schwieriger, weil es dadurch möglicherweise noch
weniger Unterstützung bekommt.