Mobbing ist ein Thema, das an unserer Schule nicht immer ernst genug genommen wird.

Ein Beispiel ist eine Schülerin, die über längere Zeit von mehreren Jungen aus ihrer Klasse

gemobbt wurde. Sie beschwerte sich mehrmals bei Lehrern, aber es wurde trotzdem nichts

dagegen unternommen. Die Jungen liefen ihr zum Beispiel in den Pausen hinterher und

machten sich über sie lustig. Mit der Zeit wurde sie nicht mehr ernst genommen, weil sie sich so

oft beschwert hatte.

Aber nur weil ein Schüler immer wieder zu einem Lehrer kommt, bedeutet das nicht, dass er

wegen Kleinigkeiten ein Problem macht. Es kann auch bedeuten, dass das Problem immer

schlimmer wird und bisher niemand richtig geholfen hat.

Wenn sich ein Schüler nicht beschwert.

Manchmal hört man: „Der Schüler ist doch gar nicht zu mir gekommen.“ Das bedeutet nicht

automatisch, dass ihm die Situation egal ist. Manche Schüler sind ruhig oder schüchtern,

andere haben vielleicht schon einem Lehrer von ihren Problemen erzählt und keine Hilfe

bekommen. Dadurch können sie irgendwann das Gefühl bekommen, dass es sowieso nichts

bringt, sich noch einmal zu beschweren.

Deshalb sollten Lehrer auch aufmerksam sein, wenn ein Schüler selbst nichts sagt. Wenn ein

Lehrer Mobbing beobachtet, sollte er es nicht ignorieren.

Mobbing endet nicht an der Schultür

Mobbing passiert nicht nur im Unterricht. Es kann auch in Klassengruppen oder über

Nachrichten weitergehen. Angst, Traurigkeit und Stress können mit nach Hause genommen

werden. Manche Schüler haben dadurch irgendwann sogar Angst davor, zur Schule zu gehen.

Auch diejenigen, die helfen wollen, brauchen Unterstützung

Ein weiteres Problem kann entstehen, wenn ein Schüler versucht, jemand anderen zu

verteidigen. Manchmal kommt es dabei zu einem Streit, und am Ende bekommt auch der

Schüler, der helfen wollte, Ärger.

Natürlich sollte ein Streit aufgeklärt werden. Gleichzeitig sollte aber auch darauf geachtet

werden, warum es überhaupt dazu gekommen ist. Wenn man sich nur darauf konzentriert, dass

der Verteidiger sich gestritten hat, und nicht darauf, dass vorher jemand gemobbt wurde, wird

das eigentliche Problem übersehen.

Wenn Schüler dadurch das Gefühl bekommen, dass sie selbst Probleme bekommen, sobald sie

jemanden verteidigen, könnten sie beim nächsten Mal lieber wegschauen. Das macht die

Situation für das betroffene Kind noch schwieriger, weil es dadurch möglicherweise noch

weniger Unterstützung bekommt.